Monika Langhans

Leben für ein altes Handwerk

Schwabstedt (eventmal.de) – „Dreh dich, dreh dich, Rädchen, spinne mir ein Fädchen…“ – So beginnt ein altes Volkslied aus dem Badischen, mit dem die jüngere Generation nichts mehr anfangen könnte, wenn Monika Langhans nicht wäre.

2 Spinnerin 6Die Inhaberin von „Moni’s Spinnstube“ bringt ihre Leidenschaft der alten Handwerkskunst – des Spinnens – auch anderen näher, entweder in Schauvorführungen auf Messen und Kunsthandwerkermärkten oder in Kursen. Ganz bewusst wählt sie dann eine alte Bauerntracht als Outfit und erringt damit auf jeden Fall Aufmerksamkeit.

Die 51-jährige, gelernte Fleischereifachverkäuferin kam im August 2016 von Kassel an die Treene. Ihre Liebe zur Handarbeit erblühte jedoch schon in der Kindheit. „Irgendwann“, so die Neu-Schwabstedterin, „bin ich durch eine Freundin an einen Sack Rohwolle gekommen und es dauerte nicht lange, bis ein Spinnrad in meinem Wohnzimmer stand.“

Seit zwei Jahren ist sie diesem alten Handwerk nun mit Leib und Seele verfallen. Beigebracht hat sie sich die Kunst selbst. Videos im Internet halfen ihr bei den ersten Versuchen. „Dann habe ich solange geübt, bis es geklappt hat.“ Für ihre Weiterbildung nutzt sie Fachbücher und tauscht sich mit Gleichgesinnten aus.

Die Rohwolle bezieht sie von regionalen Schafzüchtern. Lange Fasern müssen es sein, so die Expertin. Daher nimmt sie gerne Wolle der Rassen „Texel-Schwarzkopf“ oder auch vom „Milchschaf“. So drei bis vier Knäuel ungefärbte Wolle „schafft“ sie so im Monat. Je nach Färbevorgang kommen noch mal zwei Tage hinzu. Derzeit erarbeitet sich Monika Langhans gerade neue Methoden für die Verwendung von Naturfarben.

„Zwar gibt es mittlerweile auch neue Spinnräder zu kaufen“, so die Handwerkerin, „aber ich liebe die alten, denn sie haben eine Geschichte zu erzählen.“ Mittlerweile kann sie so ein Rädchen auch reparieren und ihm zu neuem Leben verhelfen.

Warum für sie die Spinnerei zur Leidenschaft wurde, erklärt sie so: „Es ist auf der einen Seite die damit verbundene Entspannung, auf der anderen Seite das Gefühl, etwas Natürliches bearbeiten zu können.“ Und so entstehen die Garngebinde mit viel Geduld und mindestens ebenso viel Fingerspitzengefühl.

Der Vorteil dieser Wolle liegt für Monika Langhans direkt auf der Hand. „Schafwolle hält richtig warm. Wir haben in gestrickten Strümpfen im Winter nie kalte Füße. Bekleidung aus Wolle muss zudem nicht so oft gewaschen werden und es sind keine synthetischen Stoffe enthalten.“ Da Wolle ein Naturprodukt ist, sollte man es behutsam behandeln.  „Nie in die Waschmaschine und auch nie schleudern, sonst verfilzt sie. Am besten durch lauwarmes Wasser ziehen, sanft auswringen und dann zum Trocknen auslegen", gibt sie als Pflegetipp mit auf den Weg. 

Allerdings, so gibt sie zu, vertragen einige Menschen keine Schafwolle. „Das kann aber an Kindheitserinnerungen liegen. Damals kratzte die Wolle, weil kurze Fasern verwendet wurden. Alpakawolle ist übrigens in der Regel selbst für Allergiker tragbar“, ergänzt sie gleich noch. 

Wer selbst einmal die Kunst des Spinnens ausprobieren möchte, kann bei Monika Langhans einen Kurs belegen, Spinnräder hat sie da oder man kann sein eigenes mitbringen. „Noch finden die Einführungskurse bei mir in der Kirchenstraße 7 in Schwabstedt statt und dauern etwa vier Stunden.“ Die fertigen Wollknäuel kann man bei ihr auf Veranstaltungen kaufen oder telefonisch unter 0176/47962167 bestellen.

Ihre Kunst zeigt sie unter anderem am 12. und 13. August im Haus Peters, Tetenbüll, am 24. September auf dem Bauernmarkt in Schwabstedt und am 19. November auf dem Hobbymarkt in Struckum. Im Internet ist sie unter monisspinnstube.jimdo.com zu finden.

 

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