Klaus-Michael Tatsch

Nachgehakt: Was macht eigentlich Klaus-Michael Tatsch?

Hinterzarten (eventmal)  – Klaus-Michael Tatsch wirkt zufrieden. Seit 2010 ist er Bürgermeister der Gemeinde Hinterzarten (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) mit einer Einwohnerzahl von 2514 (Stand 31. Dezember 2015).

RathausHinterzartenZur Saison im Winter und Sommer kommen jedoch jede Menge Gäste dazu und vervielfachen die Bevölkerungszahl. Im Norden wäre es mit Sankt Peter-Ording vergleichbar.

Der gebürtige Schwabe, der in Kiel aufwuchs und über Bayern nach Nordfriesland kam, war von 2004 bis 2010 Bürgermeister in Leck. „Es war eine sehr schöne Zeit, wenngleich ich mit dem nordfriesischen Wetter schon relativ schnell durch war“, erinnert er sich mit einem Augenzwinkern.

Nun sind die kommunalpolitischen Sorgen in der Regel die gleichen. Meist geht es um das liebe Geld. „Hinterzarten lebt natürlich eindeutig vom Tourismus. Das war in Leck nicht ganz so der Fall. Auch, wenn wir hier nur wenig Einwohner haben, ist hier die Infrastruktur in Takt. Wir haben viele Ärzte, Geschäfte, Gastronomie von rustikal bis hin zum Fünf-Sterne-Hotel und teilen uns mit den anderen anliegenden Gemeinden ein großes Erlebnisbad mit Wellnessangebot, das wirft sogar Gewinne ab.“

Gemeinsam mit der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) sorgt man im heilklimatischen Kurort, wie sich Hinterzarten seit 1964 nennen darf, dafür, dass die Gäste etliche „Goodies“ in den angeschlossenen Betrieben bekommen. Vom Gutschein über einen Extra-Kaffee bis hin zur Greenfee-Ermäßigung ist da fast alles vertreten.

Außerdem können die Bürgermeister über Beträge aus einem Fonds, gespeist aus den Gemeinden, verfügen. Das hilft dann schon mal bei der Ausgestaltung des Ortes oder bei besonderen Wünschen. „Das war in Leck natürlich anders. Darum beneiden uns aber nicht nur nordfriesische Kollegen.“

Was sich grundlegend unterscheidet und was auch Klaus-Michael Tatsch erst lernen musste, ist der Menschenschlag und das Procedere bei Sitzungen. „Die Leute hier sind anders als in Nordfriesland. Während oben in kurzen Sätzen das Anliegen klar umrissen wird und es als Antwort ein Ja oder Nein gibt, wird hier ein bisschen mehr ausgeholt. Mittlerweile habe ich das ein bisschen eingenordet“, sagt er lachend. „Wenn ich in einer Sitzung ankündige, dass ich nun norddeutsch werde, wissen alle Anwesenden, dass ich eine klare Ansage mache, ob was geht oder nicht. Und wenn es bei Sitzungen oben ein paar Getränke und Kekse gab, so wird hier eine ordentliche Vesper mit eingeplant“, so der Bürgermeister weiter.

„Was ich ebenfalls lernen musste, war, dass es verschiedene Sorten Schnee gibt. Runder Schnee, kristalliner, trockener, nasser und so weiter." Für jemanden, der lange Zeit in Nordfriesland lebte, das eher selten von der weißen Pracht in solch vielfältiger Form "heimgesucht" wird, eine erstaunliche Erkenntnis, wie er selbst zugibt.

Doch der Schnee spielt auf über 800 bis 1200 Metern Höhe eine große Rolle. Skispringen, Langlauf und alles, was die Wintersportfreunde erfreut, ist hier zu finden. Skispringer Georg Thoma, der in diesem Jahr 80 Jahre alt wird, ist der bekannteste Sohn der Gemeinde.

Im Sommer ist Hinterzarten Zentrum für Nordic Walking, ein El Dorado für Mountainbiker und Tennisfreunde.

Im nächsten Jahr steht nach acht Jahren turnusgemäßer Amtszeit für Klaus-Michael Tatsch die Wiederwahl an. Dazu stellt er sich gerne, denn es gefällt ihm in den Bergen. Und seine Vorgänger schafften zwei oder drei Amtsperioden. Das lässt also hoffen. An Leck erinnert er sich immer sehr gerne zurück. „Ich bin dort ja nicht im Bösen weggegangen und habe auch immer noch Kontakt zu vielen Freunden im Ort. Und wer hier herunterkommt, besucht mich häufig einfach mal.“

Mehr über die Gemeinde gibt es auf der Interseite Hinterzarten.

Foto: Rathaus Hinterzarten: Arbeitsplatz von Klaus-Michael Tatsch.

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