Geschichtsverein

Vom Einkaufszentrum zum Verkehrsknotenpunkt

Bredstedt (eventmal.de) - Wenn vom Marthaplatz die Rede ist, wissen die Einheimischen sofort Bescheid.

Für die, die sich nicht so gut mit der Geschichte befasst haben, ist es die B5-Kreuzung mit der großen Ampelanlage, wo es links zum Bredstedter Marktplatz geht und rechts in Richtung Niebüll, von einem Platz kann dabei jedoch nicht die Rede sein. Fünf Straßen treffen aufeinander: Osterstraße, Eisenbahnstraße, Flensburger Straße, Drelsdorfer Straße und Husumer Straße. Bis 1928 waren es sogar nur vier.

Marthaplatz HEUTE webAber das war in den 60er Jahren noch ganz anders, wissen die Mitglieder vom Verein für Bredstedter Geschichte und Stadtbildpflege e.V., oder besser bekannt als Bredstedter Geschichtsverein. Damals war es das Einkaufszentrum für die umliegenden Straßen und den Einzugsbereich in Richtung Breklum. Schlachter, Bäcker, Tankstelle, Gemüsehändler, Fischgeschäft, Bierverlag und Farbenbedarf machten diesen Ort zum Anlaufpunkt für jeden Einkauf.

Den Namen „Marthaplatz“ gibt es nicht offiziell. Er geht zurück auf Martha Lorenzen (geb. Möller), die Frau des Schlachtermeisters. Die älteste von 18 Kindern wurde in Angeln groß, kam als junges Mädchen nach Bredstedt und wurde im Hotel "Landschaftliches Haus" zur Köchin ausgebildet. Sie lernte Schlachtermeister Carsten Lorenzen kennen und lieben und heiratete ihn 1908. 

Im Buch „Bredstedter Erinnerungen, Band 3“ beschreibt Heinz-Martin Magnussen seine Zeit, als der Platz noch Treffpunkt für die Kinder und der Kandelaber in der Mitte Abschlagplatz beim Versteckspielen war. Damals gab es dort noch kaum Straßenverkehr, so dass die Kinder dort ungestört spielen konnten. Der Kandelaber musste später weichen und steht heute beim Mühlenteich.

Die größten Veränderungen gab es 1976. Es wurden Häuser abgerissen, die Verkehrsführung geändert, Fußüberwege angelegt und die Ampelanlage installiert. Diesen Umbau hat Broder Magnussen damals in einem 20-minütigen Film festgehalten.

Nicht nur verkehrstechnisch änderte sich dann alles, auch die gesamte Struktur änderte sich, wie Magnussen es in seinem Bericht beschreibt. Die umfangreichen Veränderungen sind Grund genug, das mit historischen 40 Bildern in der Ausstellung „Der Marthaplatz in Bredstedt im Wandel der Zeit“ aufzubereiten und auch den Film von der Umgestaltung zu zeigen. Geöffnet ist sie am verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 17 Uhr im Tondern-Treff in der Osterstraße 28. Der Eintritt ist frei. Wer Lust hat, kann das oben genannte Buch und den neuen Bredstedt-Kalender erwerben. 

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